Etwas Kultur gefällig
St. Nikolaus Die Senftenbergkapelle
Alte Kirche: Wann die alte Kirche erbaut wurde, ist unbekannt. 1423 wird schon ein Kaplan Scheublein genannt, der sich aber nicht ständig in Gunzendorf befand, sondern dem Pfarrer behilflich war. Die Kirche ist wohl durch die Herren von Ochs vor 1480 erbaut worden. Geweiht wurde sie um Jakobi (Kirchweih war früher am Sonntag vor Jakobi) und war ausgestattet mit vielen Grabmälern derer von Ochs. Einige waren besonders schön, so das, hinter hohem vergoldeten Gitter liegende, Grabmahl des Albrecht Eitel von Wirsberg. Die Grabmäler wurden alle abgebrochen und in die neue Kirche eingemauert. Damals wurde nur am dritten Monatssonntag dort Gottesdienst gehalten, seit 1740 jedoch alle Sonntage.
2. Neue Kirche: Im März 1723 wurde der Grundstein für den Bau des neuen Langhauses gelegt. Den Grund haben die Kleinbauern der drei Ortschaften umsonst gegraben: Täglich sechs aus einer Ortschaft. Die Steine wurden bei den Büschen oberhalb Stackendorf gebrochen. Die200 Baumstämme für das Dach wurden aus dem Röttenbacher Wald geholt. 1724 war der Neubau des Langhauses vollendet. 1727 wurde die Kanzel, 1729 der Marienaltar neu gefertigt. Stifter war Peter Rauh aus Frankendorf, Gerber in Forchheim. 1732 stiftete ein Schreiner aus Hirschaid den Sebastianaltar. Chor und Turm der alten Kirche blieben noch und wurden erst 1737 erneuert. Für ihren Neubau wurden die Steine des Senftenberger Schloßturmes verwendet. Die Tuffsteine, welche im Fundament verbaut wurden, waren jedoch wenig haltbar, weil sie mürbe wurden und aus der Mauer fielen. 1724 mußte darum der Turm neu untermauert und mit einem Sockel versehen werden. Er ist 38 Meter hoch. Pfarrer Ehrlacher, ein großer Wohltäter der Kirche stiftete 200 Gulden für den Hochaltar und ließ das Bild des Kirchenpatrons St. Nikolaus malen. Die Kosten des Baues beliefen sich auf 3100 Gulden. Am 17 September 1739 wurde die Kirche vonWeihbischof Joseph von Hahn geweiht (zur gleichen Zeit wie die zu Hirschaid und die zu Tiefenstürmig.) Der Jahrestag der Kirche wird seither am Sonntag vor dem güldenen Sonntag im September gefeiert. 1782 wurde der Kirche eine Reliquie des heiligen Nikolaus geschenkt.
3. Beschreibung: Hauptaltar: Hochbarock. 1747 hat der Müller Reinhard von Dreuschendorf die Bildnisse St. Michael und die Schutzengel für den Altar, sowie das Bild "Maria Himmelfahrt" und die vier Bilderstäbe für Fronleichnam anfertigen lassen. Seitenaltäre: Frühbarock, Marienaltar 1729, Sebastianaltar 1732, Kanzel 1727 Figuren: Rokoko, die aus der Kunstbildhauerschule Kamm- Mutschelle stammen: Maria Krönung, ein Teil der Engel, Martinus und Johannes Nepomuk 1760. Andere Engel 1730-40 aus der Schule Gollwitzer: Heinrich und Kunigunda, die Kreuzigungsgruppe 1730-40, die Figuren des Marienaltars Joachim und Anna um 1760, die des Sebastianaltars Nikolaus und Thaddäus (Barock) um 1740, die Madonna auf der Kanzel 1740, das wertvollste Stück ist die gotische Madonna im Chor, entstanden 1480 und die Auferstehung Christi aus der gleichen Zeit. Die Einsetzung eines Tabernakels, ein herrliches Rokokowerk und aus der gleichen Zeit wie die Figuren über den zwei Seitendurchgängen,ebenso ein Teil der Ornamente. Die Mensa wurde erst im 19. Jahrhundert hinzugefügt. Das Altarbild malte der taubstumme Sebastian Holzner aus Amberg 1863. Die beiden Altarbilder des Seitenaltars stammen aus der Nazarenerschule in der zweiten Hälfte des 19. Jh. Kommunionbank, Chorgestühl und Stühle im Schiff um 1740, Deckenfresko: Vier Evangelisten um 1740 ebenso die Stuckverzierung am Chorbogen. Die Malerei aus dem letzten Drittel des 19. Jh., Kreuzweg aus einer Kunstanstalt gegen Ende des 19 Jh., das große Kreuz um 1770 Corpus Rokoko, Stamm um 1880, St. Josef Hochbarock um 1750, Wendelin, Ende 19. Jh., Herz Jesu 1938, das Sakristeikreuz 1770, gute Barockarbeit. Empore auf älterem Unterbau Mitte des J9. Jh. errichtet, Orgelgehäuse im Pseudobarock. Renovierungen: 1819, 1887, 1934 unter Kuratus Kissling, 1935, 1943 unter Kuratus Michael Pflaum. Renovierung des Daches und des Innenraumes unter Pfarrer Alexander Berberich im Jahre 2016.
Schon von weitem sieht man sie, in leuchtendem Weiß, auf vorspringender Bergnase stehen - die Georgskapelle. Ein ausgebauter Weg führt empor und so übersieht man, daß der frühere Aufstieg sehr viel steiler war. Er wird gekennzeichnet durch die vierzehn Stationen eines Kreuzweges, der hier ebenso einen Berg hinaufführt wie einst der letzte Weg Jesu auf den Hügel Golgatha. Hat man den Hügel mit der Kapelle erklommen, so stößt man zunächst auf einen massiven Mauerring und wird an eine Burg erinnert. Und tatsächlich lagen an dieser strategisch günstigen Stelle nacheinander zwei Burgen. Die jüngere, ursprünglich schlüsselbergisch, war dann von 1349 an halb bambergisch und halb würzburgisch. Im Bauernkrieg 1525 wurde sie zerstört, bis auf die schon 1308 erwähnte Burgkapelle. Diese wurde 1668/69 aus den restlichen Steinen der Burg neu gebaut. Der Hochaltar von 1767 zeigt den Patron, den hl. Georg, als Ritter. So ist er uns heute meist bekannt, und so erwartet man dies wohl auch in einer Burgkapelle. Dabei ist Georg (einer der Patrone des Bamberger Domes) doch einer der Vierzehn Nothelfer. Und davon berichten die sechs Bilder an der Empore. Der Zyklus beginnt an der Seite mit der Eingangstür. Zuerst sieht man die Enthauptung Georgs. Im zweiten Bild soll Georg den heidnischen Göttern opfern. Er aber betet zu Gott und daraufhin fallen die Statuen um. Im dritten Bild wird Georg gegeiselt - wie Christus. Im fünften Bild werden eiserne Schuhe heiß gemacht, in denen Georg dann laufen muß. Im letzten Bild schließlich wird Georg lebendig begraben. Die beiden Seitenaltäre wenden sich mit ihren Bildern auch direkt an die Pilger. Links ist die hl. Familie zu sehen. Das ist nicht nur ein erzählendes Bild, sondern stellt zugleich das Leitbild einer christlichen Familie dar. Der rechte Nebenaltar hat mit dem Schutzengel ebenfalls einen direkten Bezug zu den Pilgern, die in diese Kapelle kommen. Die Kanzel wird von der Gestalt eines Engels getragen und vom Patron Georg bekrönt. Auf dem, hinter dem Kapellenberg liegenden "Senftenberg-Keller" kann man sich von den Strapazen des Aufstiegs erholen.