Herbstkonzert 2017 der Singgemeinschaft Gunzendorf
Aufwendig gestaltete Plakate an den Informations-Tafeln in Gunzendorf und den benachbarten Orten hatten es in den Oktober-Wochen angekündigt. Mit dem Motto „Kann denn Liebe Sünde sein?" erging an alle Liebhaber der Chormusik die Einladung zum Herbstkonzert der Singgemeinschaft Gunzendorf. Es wurde ein kurzweiliger und abwechslungsreicher Abend. Der Saal des Gemeinschaftshauses war von engagierten Sängerinnen sehr geschmackvoll und mit der Liebe zum Detail in den leuchtenden Farben des Herbstes ausgeschmückt worden. Weingläser als Dekoration, Teelichter auf den Tischen sowie allerlei Herbstschmuck überall im Saal verteilt, garantierten ein angenehmes Ambiente. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt. Es wurden unter anderem gemischte Flammkuchen-Teller und Chili con Carne (scharf gewürztes mexikanisches Rinderragout mit Bohnen) vorbereitet, die unter Fantasienamen wie „Herzhaftes Rendezvous" oder „Fleisches(s)lust" - also passend zum Motto des Abends - angeboten wurden. Dazu gab es Weine aus der Gegend um Sommerach, dargeboten vom Winzer-Ehepaar Christian und Andrea Wolfahrt.

Eine rhetorische Frage: „Kann denn Liebe Sünde sein?"
Mal etwas anders begrüßte Albert Först als erster Vorsitzender das Publikum. Er mischte sich fragend unter die Konzertbesucher und erfuhr so, warum der eine oder die andere den Abend mit der Singgemeinschaft verbringen wollte. Lieder aus Filmen der 1930er Jahre präsentierte der Gemischte Chor mit Chorleiter Bernhard Stadter am Klavier im ersten Teil des musikalischen Abendprogramms. Es begann mit „Liebling, mein Herz lässt dich grüßen", 1930 von Werner Richard Heymann im SlowfoxTempo für den Film Die Drei von der Tankstelle komponiert. Gefolgt von „Kann denn Liebe Sünde sein?" aus dem 1938 gedrehten Film Der Blaufuchs, in dem Zarah Leander das berühmte Lied sang. Dieses beginnt mit den Worten: „Jeder kleine Spießer macht das Leben mir zur Qual, denn er spricht nur immer von Moral." Und weiter hinten im Refrain heißt es dann: „Kann denn Liebe Sünde sein? Darf es niemand wissen, wenn man sich küsst, wenn man einmal alles vergisst, vor Glück?" Der Text stammt von Bruno Balz und die Musik von Lothar Brühne. Von den Frauen des Chores gesungen wurde das Lied „Die Männer sind alle Verbrecher" aus der Operette Wie einst im Mai von Walter Kollo aus dem Jahr 1913. Die Männer folgten mit dem Schlager -„Ich brech' die Herzen der stolzesten Frau'n" aus dem Jahre 1938, auch hier die Musik von Lothar Brühne und der Text von Bruno Balz. Das Lied wurde bekannt in der Version von Heinz Rühmann in dem Film Fünf Millionen suchen einen Erben. Und während auf der Bühne gesungen wurde, verteilte der Rosenkavalier, gewandet in schwarzem Zylinderhut und weißem Schal, rote Rosen an die Damen im Publikum. Das Frauen-Trio „Intermezzo" beendete den ersten Teil mit dem Schlager „Bel Ami", Text von Hans Fritz Beckmann nach der Melodie von Theo Mackeben. Dieses Lied mit dem vollständigen Titel „Du hast Glück bei den Frau'n, Bel Ami!" stammt aus dem Film Bel Ami von Willi Forst, Entstehungsjahr 1939.

Das Vokalensemble 440Hz aus Hirschaid gab sich die Ehre
Daran anschließend hatten die Sängerinnen und Sänger vom Vokalensemble 440Hz aus Hirschaid unter der Leitung von Melanie Imhoff in Vertretung der Chorleiterin Madlen Hiller ihren Auftritt. Ihre Lieder handelten ebenfalls, wen wundert's, von Herz, Schmerz und Liebe. Zu hören waren unter anderem „The Rose", ein Song von Amanda McBroom für den gleichnamigen Film geschrieben und von Bette Midler gesungen, „Dir gehört mein Herz", Musik von Phil Collins und nicht zuletzt „My Heart Will Go On" aus dem Film Titanic von 1997. In dem Film wird bekanntermaßen neben den tragischen Begleitumständen des Untergangs des britischen Passagierschiffes im Nordatlantik die Geschichte einer Liebesbeziehung erzählt.
Inzwischen hat der Chor der Singgemeinschaft wieder auf der Bühne Platz genommen und setzte mit einem wunderschönen Lied das Programm fort. Es erklang „Ach, ich hab in meinem Herzen da drinnen", das Duett der Königskinder und wohl bekannteste Stück aus der Oper Schwarzer Peter von Norbert Schultze (Uraufführung 1936 in Hamburg). Die Modern Singers folgten mit einer deutschen Version eines bereits erwähnten Songs. „Die Rose" ist eines ihrer Lieblingslieder, passte gut zum Motto des Abends und wird vom Gunzendorfer Publikum immer wieder gern gehört.
Alle gemeinsam, also Chöre und Besucher, sangen das Volkslied „Horch, was kommt von draußen rein". Nicht unerwähnt bleiben dürfen die „Zwischentöne". Hierbei handelte es sich um einige gespielte Dialog-Szenen von zwei Rentnem, von zwei Engeln und von einer ,jung Verliebten" mit einer „alten Schachtel", die Anlass zum Lachen gaben und die musikalische Abfolge des Programms etwas auflockerten.

Im Wein liegt die Wahrheit
Nachdem die zwei Weinlieder „Freunde, lasset uns beim Zechen" von Wolfgang Amadeus Mozart und „In vino veritas" von Friedrich Silcher verklungen waren, betrat Winzer Christian Wolfahrt die Bühne. Er stellte sich kurz vor und meinte, dass das Weinjahr 2017 ein eher durchwachsenes sein würde. Fröste im April und schlechtes Wetter im Sommer machten den Winzern zu schaffen. Der Menge nach also eher bescheiden, dafür sei aber die Qualität der Weine gut bis sehr gut.
Das Weingut der Familie Wolfahrt befindet sich auf der Weininsel an der Mainschleife im Landkreis Kitzingen. Seit vier Generationen wird in dem Familienbetrieb Wein angebaut. Die bewirtschaftete Fläche beträgt etwa 8 ha und befindet sich größtenteils in der Winzergemeinde Sommerach. In dem Weingut werden aktuell sieben Weißwein- und vier Rotweinsorten angebaut. Das Sortiment umfasst fast alle Klassiker aus dem Weinanbaugebiet Franken, wie Müller-Thurgau, Silvaner, Bacchus oder Riesling bei den Weißweinen. Beliebte Sorten bei den Rotweinen sind unter anderem die Domina oder der Merlot. Die Konzertbesucher konnten sich einen Abend lang von der Qualität der Weine überzeugen und haben von der Möglichkeit, diese auch in größeren Mengen zu erwerben und mit nach Hause zu nehmen, reichlich Gebrauch gemacht.
Chorleiter und erster Vorsitzender bedankten sich am Ende des Konzerts bei den Gästen für ihr Kommen. Sie bedankten sich auch bei den Sängerinnen und Sängern für den persönlichen Einsatz, beispielsweise beim Herstellen der Speisen, Dekorieren des Saals, Einstudieren der Spielszenen oder beim Aufräumen und Putzen am nächsten Morgen. Mit einen Lied von Hubert von Goisern als Zugabe begann das gemütliche Beisammensein.
Text: Hans Gebhardt