Vorweihnachtliche Klänge in der Gunzendorfer Kirche
Alpenländische Klänge, Licht und Hoffnung
Die sanften Klänge des "Andachtsjodlers", gefühlvoll dargeboten von fünf jungen Gunzendorfer Bläsern, machten es den Besuchern der voll besetzten Kirche sehr leicht, in die richtige Stimmung zu kommen. Theresa Ochs (Saxophon), Franziska Ochs (Klarinette), Lena König (Es-Horn), Lukas König (Bariton) und Simon Böhmer (Trompete) bliesen gleich zum Auftakt des Konzertes alle Unruhe der oft nicht so staden Adventszeit davon.
Nach der kurzen Begrüßung durch den 1. Vorstand Albert Först schloss sich der gemischte Chor der Singgemeinschaft Gunzendorf unter Leitung von Bernhard Stadter mit einem weiteren Jodler an, dem "Adventsjodler" von Lorenz Maierhofer.
Passend zu den Kerzchen, die der Chor beim Einzug auf die Seitenaltäre gestellt hatte, erzählte dann das Lied "Ein Licht leuchtet auf" von Licht, Hoffnung, Friede und Freude. Ruhig, aber gleichzeitig bewegt, erklangen danach die Hoffnung schenkenden Worte des anspruchsvollen Stückes "Tröstet mein Volk" von E. K. Nössler.
Maria im Wald und mit dem Kind
Als Einstimmung auf den der Gottesmutter Maria gewidmeten Teil des Konzertes gab es die vom Forchheimer Lehrer Reinhold Schmitt geschriebene Geschichte "Marienspiegl" zu hören. Lebhaft erklärte Winfried Bauer in Mundart, weshalb Rehe auch heute noch ein leuchtend weißes Hinterteil haben: Weil - gelotst von einem solchen - einst die verirrte Maria den Weg aus dem finsteren Wald herausfand.
"Übers Gebirg Maria ging" - ein 5-stimmiger Satz von J. Eccard - ließ bereits im 16. Jahrhundert die Geschichte der Wanderung Mariens zu Elisabeth erklingen. Darin heißt es "Maria sang wohl froh und laut" und so tat es ihr der gemischte Chor bei diesem Stück gleich.
Mit ganz sanften Klängen ging es weiter. Voller Gefühl verzauberte Martina Denzlein (Sopran) die Zuhörer mit dem "Mariä Wiegenlied" von Max Reger. Am Klavier begleitet wurde sie dabei von Bernhard Stadter. Danach grüßte der Gemischte Chor die Gottesmutter Maria noch mit "Sei gegrüßt zu tausend malen" von C. Bresgen. Annette Puff trug daraufhin - ebenfalls in Mundart - das "Gleichnis vom Öbflbaam" (von R. Schmitt) vor
.
Traditionelle Weihnachtslieder
Im Anschluss daran erfüllten die jungen Bläser die adventlich geschmückte Kirche festlich jubilierend mit dem Klassiker "A-deste fideles".
Es folgte eines der wohl schönsten Weihnachtslieder: "Es ist ein Ros entsprungen". Auch dieses Lied stammt aus dem 16. Jahr-hundert. Der gemischte Chor sang die erste Strophe des Stückes im berühmten 4-stimmigen Chorsatz von M. Prätorius. Die zweite Strophe ließen die Bläser erschallen und bei der 3. Strophe durften nun auch endlich die Zuhörer mit einstimmen. Ebenso waren die drei Strophen vom triumphalen "Tochter Zion, freue Dich" von Händel aufgebaut, so dass jeder in das freudige "Hosianna" mit einstimmen konnte.
Dazwischen wurde - nach einer kurzen Erklärung des englischen Textes - das traditionelle afroamerikanische Spiritual "Go, tell it on the mountain" von den "Modern Singers" schwungvoll dargeboten. "Geht und ruft es vom Berg: Jesus Christus ist geboren!"
Während die Bläser "Süßer die Glocken nie klingen" spielten, begaben sich der Chorleiter und drei Sängerinnen vom Altarraum auf die Empore.

Himmlische Klänge
Nach dem Orgelsolo "Präludium in G" von J. S. Bach ließ das bereits seit 2003 perfekt aufeinander abgestimmte Gesangstrio "Intermezzo" zwei Stücke aus dem 18. und 19. Jahrhundert mit Orgelbegleitung von der Empore erklingen. Bei "Puer natus" von Michael Haydn und "Den die Hirten lobeten sehre" von H. v. Herzogenberg strahlte die Sopran-Stimme von Edeltraud König, getragen von der warmen Alt-Stimme von Heidi Hable, klanglich harmonisch vervollständigt durch den Mezzosopran von Andrea Roppelt.

"Och Goddla naa"
hieß das nächste Geschichtlein (von R. Schmitt), vorgetragen von Winfried Bauer und Tanja Hasenstab. Es handelt - wie unschwer am Titel zu erkennen ist - von einem besonderen Gefühl; nämlich von der alljährlichen Weihnachtsstimmung, die nur allzu schnell wieder in ihre Schachtel weggepackt wird.
Und stimmungsvoll ging es weiter im Programm. Zu hören waren nun wieder gefühlvolle Instrumental-Klänge. Die "Romanze" von Max Reger, innig vorgetragen von Klaus Sauer auf seiner Klarinette und Bernhard Stadter am Klavier, traf mitten ins Herz.
Zum Abschluss durften die Zuhörer nochmals mitsingen. Das weihnachtliche Schlaflied "Guten Abend, gut Nacht" von Johannes Brahms wurde dabei von den "Modern Singers" um einige Takte und Töne ergänzt. "Selig und süß" schlafen gehen wollten die Zuhörer allerdings nicht gleich. Stattdessen forderten Sie nach dem kurzweiligen und abwechslungsreichen Konzert erst noch eine Zugabe, so dass nochmals der "Adventsjodler" erklingen durfte.

Herzlichen Dank!
Nach dem gelungenen Programm,
wo fängt man mit dem Danken an?
* * *
Ihr Bläser könnt richtig stolz auf Euch sein.
Ja, wenn Ihr spielt, klingt es prächtig und fein!
Auch Martina und Klaus,
Ihr verdient den Applaus!
"Danke!" auch an "Intermezzo".
Dass es Euch gibt, macht uns sehr froh!
Josef Bayer wollen wir dankbar sein.
Er heizte die Kirche tüchtig ein.
* * *
"Danke!" an alle fürs volle Gotteshaus
und für den lange dauernden Applaus.
Wir freuen uns, wenn unser Konzert gefällt
und die Herzen der Besucher erhellt.
Alle Gesichter strahlten hell wie Kerzen.
Dafür danken wir Bernhard von Herzen!
Text: Tanja Hasenstab / Fotos: Marcus Hasenstab