Vorweihnachtliche Klänge in der Gunzendorfer Kirche
Im Advent rennen viele nur hin und her. Stille zu finden, das ist sehr schwer.
Stress und Hektik machen sich breit.Wo ist sie nur, die stade Zeit??
Ruhe und Frieden in die Herzen bringen, das war das Ziel von unserem Singen.
Für viele haben wir gespielt und gesungen. Ist uns das „Ruhe-Schenken" gelungen?

Sieh, Dein König kommt zu Dir
Traditionelles und Anspruchsvolles stand auf dem abwechslungsreichen Programm, welches von Akteuren im Alter von 12 Jahren bis Mitte 70 dargeboten wurde. Während Philipp Roppelt solistisch mit seiner angenehmen Tenorstimme aufforderte „Zieht durch die Tore", wurde er vom Chor mit „Tochter Zion" begleitet. So ungewöhnlich es erscheinen mag zwei verschiedene Lieder gleichzeitig zu singen, so hervorragend passen diese beiden Stücke klanglich und inhaltlich zusammen.
Auch mit „Es kommt ein Schiff geladen" und dem anspruchsvollen, teils 8-stimmigen „Wie willkommen sind auf den Bergen" von J.P. Zehetbauer wurde die Ankunft des Herrn angekündigt. „Brecht in Jubel aus" heißt es darin - und dieser Jubel war auch deutlich zu spüren. Prächtig ging es weiter mit Händels „Denn die Herrlichkeit Gottes des Herrn", bei dem der harmonische Gesamtklang von Bass, Tenor und Alt eine tragende Basis für den in den höchsten Tönen strahlenden Sopran bot. Die Männerstimmen konnten Ihr Können bei „Transeamus usque Bethlehem" zeigen, das von den Frauenstimmen ummalt wurde.
Die Strophen von „Gottes Sohn ist geboren heut" interpretierte wunderschön das Trio „Intermezzo", bestehend aus Edeltraud König, Andrea Roppelt und Heidi Hable. Beim freudigen Gloria-Ruf von „Hört der Engel helle Lieder" stimmte so mancher im Publikum begeistert mit ein.

Instrumentale Wohlklänge
Bernhard Stadter und Lukas König erfüllten die Kirche mit prachtvollem Orgelspiel. So erklangen meisterhaft der immer mächtiger werdende „Kanon in D" von Joh. Pachelbel und die festliche, barocke „Pastorale" von D. Ziboli.
Zum Träumen luden die warmen, zarten Klänge des „Duett für zwei.Klarinetten" von C.Ph.E. Bach ein. Diesen perfekt vorgetragenen Hörgenuss schenkten uns Anna Saffer und Klaus Sauer.

Denn es ist uns ein Kind geboren
Der kleine Chor „Modem Singers" präsentierte zuerst 5-stimmig „Vom Himmel hoch, da komm ich her". Eine Strophe wurde strahlend solistisch von Martina Denzlein dargeboten. Auch das Publikum durfte hier miteinstimmen. Als weiteres Glanzlicht waren schnelle, beeindruckende Tonfolgen aus der Feder von Händel bei „Denn es ist uns ein Kind geboren" zu hören.

Zum Schmunzeln und Nachdenken
wurden verschiedene Texte und Gedichtchen ins Konzert eingestreut: Nehmen wir einen Engel im Alltag überhaupt noch wahr, wenn er uns begegnet? Ist es irgendwann zu spät, um doch noch ein besserer Mensch zu werden? Ob sich unsere Lieben wohl mehr über Socken freuen, oder über selbstgemalte Herzen und ein großes Stück von unserer kostbaren Zeit?

Stille
wurde es, als die erst 13jährige Lea Körber alle mit dem „Ave Maria" von Franz Schubert verzauberte. Nur mit Klavierbegleitung sang sie ihr Solo engelsgleich und berührte alle Herzen. Danach brach dann doch schon während des Konzertes wohlverdienter Applaus aus.
„Still, weil's Kindlein schlafen will" bat danach mit wohligen, warmen Harmonien das perfekt aufeinander abgestimmte Trio „Intermezzo". Beim „Stille Nacht" begleitete der Chor die Gemeinde mit festlichen Über- und Unterstimmen. Dabei wurde die weihnachtlich geschmückte Kirche abgedunkelt und die durch unseren Messner Josef Bayer farbenprächtig arrangierte Beleuchtung kam voll zur Geltung.
Mit dem getragenen und gefühlvollen 6-stimmigen a-capella Stück „Abendlied" von J. Rheinberger endete das Konzert. Der Chor stellte damit an Christus innig die Bitte „Bleib bei uns, denn es will Abend werden". Mit dem Vertrauen auf Gottes Beistand konnten nun alle voller froher Weihnachtsstimmung nach Hause gehen.

Danke!
Wenn viele begeistert eine Sache angehen, dann kann daraus Großartiges entstehen.
Sehr gefreut hat uns der lange Applaus, in der schönen Kirche Sankt Nikolaus.
Weihnachtsfreude wurde in den Herzen verbreitet. So hatten wir dem Kindlein den Weg bereitet.

Text: T&M Hasenstab